Glücksmoment Geschichten, die das Leben schrieb

Hier teile ich Geschichten, die mir, Jemandem den ich kenne, oder dir passiert sind. Hast auch du so eine kleine, feine Glücksmoment Geschichte, dann sende sie mir gerne zu, damit ich sie hier veröffentlichen kann und auch Andere sich an ihr erfreuen können.

heidi@deineauszeit.ch

 

Emma die Bodhisattva Katze (erleuchtetes Wesen, dass aus Mitleid mit den leidenden Lebewesen inkarniert ist) 

 

Als ich in mein Haus gezogen bin im 2016, war klar, dass ich eine Katze möchte, die mir sogar noch vor dem Einzug zuflog, manche Wünsche erfüllen sich schneller als man denken kann... ;-) Lucy ist eine Katze für fortgeschrittene Katzenhalter, sie kann eine echte Hexe sein und besonders gerne triezt sie Besucher oder Katzenhaarallergiker. Sie ist quasi meine Grenzen setzen und klare Bedürfnisse äussern- Trainerin.

Ich wollte gerne meiner Jüngsten, das Erlebnis von Katzenbabys ermöglichen und so wurde Lucy ein Jahr später Mama von zwei süssen Babys.

Es war von Anfang an klar, dass wir die Kleinen nicht behalten, für sie aber ein gutes Plätzchen zu Zweit suchen. Und logisch hat es Luna, die damals 10 Jahre alt war, das Herz gebrochen die Zwei weg zu geben, herzlose Rabenmutter ich...

 

Immer wieder hat sie mich gefragt ob wir sie nicht besuchen könnten. Als ich dann ein halbes Jahr später dem neuen Besitzer der Kätzchen wieder einmal schrieb und nachfragte wie es den Kleinen so ginge, antwortete er, dass seine Freundin bei Nacht und Nebel ausgezogen sei und nicht nur die Hälfte der Wohnungseinrichtung, sondern auch eines der Kätzchen mit genommen hätte. Ich schrieb ohne lange zu überlegen, dass wir sie wieder zurück nehmen würden. Luna war überglücklich und so fuhren wir hin und holten sie ab, sie erkannte Luna sogar wieder und hat freundlich geschnurrt.

 

So kam Emma wieder zu uns, der neue Besitzer hatte ihr auch noch keinen Namen gegeben. Ich habe noch nie eine Katze wie sie erlebt, sie war immer happy, zufrieden und in einer Seelenruhe am Lächeln. Auch Lucys Aggressionsattacken hat sie gelassen hingenommen und wenn sie es zu liess, hat sie sie innig geleckt. Nie musste man befürchten von ihr gebissen, gekratzt oder sonst wie angegangen zu werden. Und ich schwöre sie hat ob wach oder am schlafen, immer gelächelt. Nie war sie ungeduldig oder gereizt, auch wenn ich noch so langsam war im Futter zubereiten, was Lucy gar nicht abkann.

 

Aber das Schönste war, dass sie so eine wunderbare Trösterin war, sie konnte wirklich auf katzenart umarmen, indem sie sich in die Arme schmiegte und tröstend die Hände ableckte. Am Abend bevor sie vielvielviel zu früh starb, haben wir auf dem Bett gekuschelt, sie lag in meinen Armen und ich habe ihr ins Ohr geflüstert: danke liebe Emma dass du so ein Schatz bist, so gut und lieb zu meinen Kindern bist. Mir liefen ein paar Tränen der Rührung und Dankbarkeit über die Wangen, denn mein Sohn hatte wirklich eine harte Zeit und Emma war die meiste Zeit bei ihm. Und da hat sie mir lächelnd die Hand geleckt, Im sinne von: schon gut, das mache ich doch gerne.

 

Ein Jahr war sie bei uns, bevor sie von einem Auto an der Hauptstrasse angefahren wurde, ich war noch nie so verzweifelt und so lange traurig. Aber ich hatte diesen letzten innigen Moment am Vorabend mit ihr, das hat mich getröstet.

Wir haben sie schrecklich vermisst, aber ihr Geist, der schwebt immer noch wie ein Segen über und in uns und ihre Haare werden wohl für immer im Haus in irgend einer Ritze vor sich hin lächeln...

30.1.24 Heidi

Mein Häuschen

 

Ich arbeitete 20 Jahre lang jeweils Freitags in einer Katzenstation nahe Frauenfeld. Mein Arbeitsweg führte mich über Ellikon, wobei ich stehts an dem winzigen Häuschen an der Strasse vorbeifuhr. Ich fragte mich Woche für Woche, wie es wohl im Innern aussehen mag, ob  da tatsächlich Platz für Möbel sein würde und wie süss das wäre, wenn man das kleine Haus umbauen und darin wohnen könnte. Aber es sah eher wie ein Heu Spycher aus. Nach ca. 10 Jahren sah ich eines Freitags, dass da nun ein Balkon gebaut worden war und ein Briefkasten an der Hausmauer stand. Wow…es wurde tatsächlich umgebaut und da wohnte jetzt jemand!

Die Zeit verging und die Katzenstation wurde geschlossen und «mein» Häuschen verblasste langsam aus meiner Erinnerung.

Weitere 6 Jahre später suchte ich verzweifelt ein Zuhause, dass ich mit niemandem teilen musste, da ich in der Blockwohnung in der ich wohnte, sehr laute Nachbarn hatte, keinen Garten und der Arbeitsweg war auch nicht so toll . Natürlich war mein Traum ein Häuschen nur für mich! Aber das konnte ich mir niemals leisten. Mein Suchabo auf Comparis entmutigte mich vollends. Eine Wochen später bekam ich von meiner Freundin mit den Worten «Kennst Du das?»  einen Ausschnitt einer Alternativzeitung .Es war «mein» kleines Häuschen in Ellikon! Es war nirgends ausgeschrieben, ausser in diesem Blättchen! Als ich die Nummer anrief meldete sich niemand. Auch auf mein Whatsapp kam nichts, es wurde nicht einmal gelesen. Nun ja, vielleicht ist es sowieso viel zu teuer für mich! Enttäuscht verabschiedete ich mich davon! 2 Wochen später meldete sich meine Freundin wieder: Es ist schon wieder drin! Versuche es nochmals! Nochmals das selbe, niemand meldete sich. Eine Woche später bekomme ich ein Whatsapp von der Besitzerin in der sie schrieb, dass sie in den Ferien war und ihr Handy nicht dabei hatte und das Häuschen noch frei sei!  3 Tage später durfte ich es besichtigen und 2 Tage später hatte ich den Mietvertrag, denn es war genau soviel Miete, wie ich mir leisten konnte, da ich 1 Woche zuvor einen Zusatzauftrag bekommen hatte!

Nun wohne ich in meinem Häuschen, mit eigenem Garten, alles nur für mich alleine und ich kann jetzt sogar jeweils mit dem Velo zur Arbeit fahren! Und ja, es hat Platz für Möbel 😊

31.1.24 Moni


Blog über mich und mein täglich Stolpern und wieder Aufstehen ;-)